Einsatz 34/2026 – Gebäudeeinsturz

Am Montagabend, dem 18. Mai 2026, kam es in der James-von-Moltke-Straße in Görlitz zu einem folgenschweren Gebäudeeinsturz. Gegen 17:30 Uhr gingen bei der Integrierten Regionalleitstelle Ostsachsen mehrere Notrufe ein. Zunächst wurde ein „Brand nach Explosion“ gemeldet, doch bereits beim Eintreffen der ersten Kräfte zeigte sich das tatsächliche Ausmaß der Lage: Ein mehrstöckiges Mehrfamilienhaus war vollständig eingestürzt.

Unmittelbar nach der Alarmierung begannen Feuerwehr, Technisches Hilfswerk, Rettungsdienst und Polizei mit umfangreichen Such- und Rettungsmaßnahmen. Die Einsatzstelle wurde weiträumig abgesperrt, umliegende Gebäude evakuiert und Spezialkräfte nachalarmiert. Zeitweise galten fünf Personen als vermisst. Zwei davon konnten später wohlbehalten aufgefunden werden.

Die Rettungsarbeiten gestalteten sich äußerst schwierig. Durch weiterhin austretendes Gas bestand dauerhaft Explosionsgefahr. Gleichzeitig drohten verbliebene Gebäudeteile einzustürzen. Deshalb mussten sämtliche Maßnahmen mit äußerster Vorsicht durchgeführt werden. Suchhunde, Ortungstechnik, Wärmebildkameras sowie schwere Technik wie Kräne und Saugbagger kamen zum Einsatz. Teilweise arbeiteten die Einsatzkräfte in absoluter Stille, um mögliche Lebenszeichen unter den Trümmern wahrnehmen zu können.

Am Donnerstag, dem 21. Mai, wurde durch die Einsatzleitung die Gemeindefeuerwehr Horka um Unterstützung bei den Maßnahmen vor Ort angefragt.  16 Kameraden aus allen 3 Ortswehren unterstützten die Arbeiten vor Ort und konnten eine Person leider nur noch tot aus den Trümmern bergen.

Mehr als 130 Einsatzkräfte waren über mehrere Tage hinweg permanent vor Ort. Unterstützung kam neben Kräften aus der Region auch aus Polen. Besonders die Zusammenarbeit zwischen Feuerwehr, THW, Polizei, Rettungsdienst und den internationalen Partnern zeigte eindrucksvoll, wie wichtig eingespielte Strukturen und grenzüberschreitende Kooperationen sind.

Trotz aller Bemühungen konnten alle drei vermissten Personen nur noch tot geborgen werden. Die Suchmaßnahmen dauerten rund 72 Stunden an. Für viele Einsatzkräfte war dieser Einsatz sowohl körperlich als auch emotional eine enorme Herausforderung. Neben der technischen und organisatorischen Komplexität standen vor allem die Hoffnung auf Rettung und die Verantwortung gegenüber den Betroffenen im Mittelpunkt.

Die genaue Ursache des Einsturzes ist weiterhin Gegenstand kriminaltechnischer Ermittlungen. Eine Gasexplosion gilt derzeit als mögliche Ursache, abschließende Ergebnisse liegen jedoch noch nicht vor.

Unsere Gedanken sind bei den Angehörigen der Verstorbenen sowie bei allen Betroffenen dieses tragischen Ereignisses. Gleichzeitig gilt unser großer Dank allen Einsatzkräften, Helferinnen und Helfern, die unter schwierigsten Bedingungen unermüdlich im Einsatz waren.

Im Einsatz: LF 10/6-CAFS, MTW